So kennzeichnet kiato KI-erstellte E-Mails
Mails mit Text von kiato tragen eine unsichtbare Kennzeichnung, die Mailprogramme und Prüfwerkzeuge auslesen können. Hier steht, was kiato kennzeichnet, wie die Kennzeichnung aufgebaut ist und wo sie verloren gehen kann.
Der AI Act verlangt, dass KI-erzeugte Texte maschinenlesbar als solche erkennbar sind (Art. 50 Abs. 2). kiato setzt dafür in Mails mit KI-Text eine zusätzliche Kopfzeile namens X-AI-Disclosure. Für Empfänger ist sie unsichtbar, im Mailprogramm lässt sie sich aber anzeigen. Die Kennzeichnung gilt auch für freigegebene Mails und lässt sich nicht abschalten.
Warum kiato KI-Mails kennzeichnet
Art. 50 Abs. 2 des AI Act verpflichtet Anbieter von KI-Systemen, die Text erzeugen, ihre Ausgaben maschinenlesbar zu kennzeichnen: Ein Programm soll erkennen können, dass ein Text von einer KI stammt. Anbieter von kiato ist die FDM Software GmbH. Die Kennzeichnung setzt kiato selbst, Sie müssen dafür nichts einstellen.
Die maschinenlesbare Kennzeichnung kommt zusätzlich zum sichtbaren KI-Hinweis, den kiato bei automatisch versendeten Mails oben in den Text setzt. Der sichtbare Hinweis richtet sich an Menschen, die Kennzeichnung an Programme. Wann ein sichtbarer Hinweis nötig ist, erklärt der Ratgeber Müssen KI-E-Mails gekennzeichnet werden?
Was kiato kennzeichnet
- Antworten und Antwort-Entwürfe: immer, denn ihren Text schreibt kiato.
- Mails aus Abläufen: wenn sie Text enthalten, den die KI geschrieben hat, oder Angaben, die sie aus einer Mail ausgelesen hat. Im Zweifel kennzeichnet kiato.
- Termin-Mails von kiato (Einladung, Absage, Erinnerung): immer, auch bei Terminen, die Sie von Hand angelegt haben.
- Die Morgen-Mail zu Ihren Aufgaben: immer, denn Aufgabentitel können von der KI stammen.
- PDF- und Excel-Dateien aus Abläufen, wenn sie KI-Text enthalten: In den Datei-Eigenschaften steht das Stichwort „KI-generiert“. PDF-Dateien tragen zusätzlich den Eintrag „AIGenerated“ und nennen kiato als erstellendes Programm.
Die Kennzeichnung gilt auch für Mails, die Sie vor dem Versand geprüft und freigegeben haben. Sie ist gesetzliche Pflicht und lässt sich nicht abschalten. Ob ein Mensch die Mail geprüft hat, steht in der Kennzeichnung selbst.
So ist die Kennzeichnung aufgebaut
kiato fügt der Mail eine zusätzliche Kopfzeile hinzu. Kopfzeilen sind Angaben, die jede Mail neben Absender, Empfänger und Betreff mitführt; Mailprogramme zeigen sie normalerweise nicht an. Eine Mail, die kiato ohne Freigabe versendet oder als Entwurf ablegt, trägt diese Kopfzeile:
X-AI-Disclosure: mode=machine-generated, provider="kiato", date=@1792540800
Hat jemand die Mail in kiato vor dem Versand oder vor dem Ablegen als Entwurf geprüft und freigegeben, mit oder ohne eigene Änderungen, sieht sie so aus:
X-AI-Disclosure: mode=ai-originated, provider="kiato", reviewed-by="human", date=@1792540800
| Angabe | Bedeutung |
|---|---|
| X-AI-Disclosure | Name der Kopfzeile. Groß- und Kleinschreibung spielen bei Kopfzeilen keine Rolle; manche Programme schreiben X-Ai-Disclosure. |
| mode=machine-generated | Der Text stammt ganz oder überwiegend von der KI, ohne dass ein Mensch ihn vor dem Versand geprüft hat. |
| mode=ai-originated | Der Text stammt von der KI, ein Mensch hat ihn danach geprüft und gegebenenfalls bearbeitet. |
| provider="kiato" | Das KI-System, das den Text erzeugt und gekennzeichnet hat. |
| reviewed-by="human" | Ein Mensch hat die Mail vor dem Versand freigegeben. Fehlt die Angabe, hat niemand geprüft. |
| date=@1792540800 | Zeitpunkt, an dem kiato die Mail erstellt bzw. den Entwurf abgelegt hat, als Unix-Zeit (Sekunden seit dem 1. Januar 1970, UTC). Das Beispiel steht für den 21. Oktober 2026, 0:00 Uhr UTC. |
Warum dieses Format
Für E-Mails gibt es noch keinen Standard für eine KI-Kennzeichnung. kiato übernimmt deshalb Namen und Werte aus dem IETF-Entwurf „AI Content Disclosure Header“ (draft-abaris-aicdh), der eine solche Kopfzeile für Webseiten beschreibt. Die Bedeutung von machine-generated und ai-originated ist dort festgelegt. Prüfwerkzeuge, die den Entwurf kennen, können so auch Mails von kiato lesen. Der Entwurf ist ein Vorschlag, kein verabschiedeter Standard.
Der Wert der Kopfzeile ist ein Dictionary nach RFC 9651 (Structured Field Values): Die Einträge sind durch Kommas getrennt, das @ vor der Zahl kennzeichnet einen Zeitpunkt. Das Beispiel im Entwurf trennt die Einträge mit Semikolons; kiato folgt der verbindlichen Formatvorgabe des Entwurfs, die Kommas verlangt.
Der Entwurf nennt die Kopfzeile AI-Disclosure. kiato stellt „X-“ voran, weil Microsoft 365 eigene Kopfzeilen nur mit diesem Präfix zulässt. Damit die Kennzeichnung in allen Postfächern gleich aussieht, verwendet kiato überall X-AI-Disclosure.
So prüfen Sie die Kennzeichnung
Öffnen Sie eine Mail, die Sie von einem kiato-Postfach bekommen haben, und lassen Sie sich die Kopfzeilen anzeigen. Suchen Sie dort nach X-AI-Disclosure, Groß- und Kleinschreibung beliebig.
- Gmail: Mail öffnen, im Drei-Punkte-Menü „Original anzeigen“ wählen.
- Outlook im Browser und neues Outlook: im Drei-Punkte-Menü der Mail „Nachrichtenquelle anzeigen“ wählen (je nach Version unter „Ansicht“).
- Outlook am PC (klassisch): Mail per Doppelklick öffnen, „Datei“ → „Eigenschaften“, Feld „Internetkopfzeilen“.
- Apple Mail: Mail auswählen und im Menü „Darstellung“ die „Rohdaten“ öffnen.
Wasserzeichen der KI-Modelle
Manche Anbieter der KI-Modelle, auf denen kiato aufbaut, versehen erzeugte Texte zusätzlich mit einem unsichtbaren Wasserzeichen im Text selbst oder haben das angekündigt, etwa Anthropic für seine Claude-Modelle. Ob ein Text ein solches Wasserzeichen trägt und wie gut es nach Änderungen erkennbar bleibt, liegt beim jeweiligen Modellanbieter. kiato setzt kein eigenes Wasserzeichen.
Bekannte Grenzen
Eine Kopfzeile gehört zur einzelnen Mail. Sie bleibt nur erhalten, solange diese Mail unverändert weitergereicht wird.
- Wer eine Mail weiterleitet, Text daraus kopiert oder in einer Antwort zitiert, erzeugt eine neue Mail ohne die Kennzeichnung.
- Entwürfe, die kiato in Ihrem Postfach ablegt und die Sie dann aus Ihrem eigenen Mailprogramm senden, können die Kennzeichnung verlieren: Manche Programme bauen die Mail beim Senden neu zusammen.
- Weiterleitungen an interne Empfänger in Ihrem Betrieb tragen keine Kennzeichnung.
- Trägt kiato einen Termin in Ihren Google- oder Outlook-Kalender ein, verschickt der Kalender die Einladung selbst. Diese Einladungen sind nicht gekennzeichnet.
- Die angehängte Kalenderdatei (.ics) einer Termin-Mail ist nicht gekennzeichnet, nur die Mail selbst.
- Kann Ihr Postfach nicht senden, bietet kiato Antworten als Entwurf zum Kopieren an. Was Sie daraus kopieren und selbst senden, kann kiato nicht kennzeichnen.
- Daten, die ein Ablauf an andere Systeme schickt (Webhooks), sind nicht gekennzeichnet.
- Lehnt der Mail-Anbieter die zusätzliche Kopfzeile ab, geht die Mail trotzdem raus – dann ohne Kennzeichnung. kiato bekommt diesen Fall gemeldet und kümmert sich darum.
Die Kennzeichnung ist nicht kryptografisch signiert. Sie zeigt an, dass kiato den Text erzeugt hat, ist aber kein fälschungssicherer Nachweis. Diese Seite beschreibt die technische Umsetzung und ist keine Rechtsberatung.
Häufige Fragen zur KI-Kennzeichnung
Sieht der Empfänger die Kennzeichnung?
Nicht im normalen Mailtext. Die Kennzeichnung steht in den Kopfzeilen der Mail, die Mailprogramme nur auf Wunsch anzeigen. Bei automatisch versendeten Mails steht zusätzlich ein sichtbarer KI-Hinweis oben im Text.
Kann ich die Kennzeichnung abschalten?
Nein. Die maschinenlesbare Kennzeichnung ist eine gesetzliche Pflicht des Anbieters. Sie gilt auch für Mails, die Sie vor dem Versand geprüft und freigegeben haben.
Muss ich als Betrieb dafür etwas tun?
Nein. kiato setzt die Kennzeichnung selbst, Sie müssen dafür nichts einstellen.
Warum steht kiato in der Kennzeichnung?
Damit erkennbar ist, welches KI-System den Text erzeugt und gekennzeichnet hat. Wer sich die Kopfzeilen einer Mail ansieht, erkennt daran auch, dass Ihr Betrieb kiato nutzt.
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